Die richtige Ernährung für Ihren Koi

Für gesunde Koi ist nicht nur die Wasserqualität von großer Bedeutung, sondern auch die artgerechte Ernährung. Diese ist Grundlage für einen gesunden Koi, ein gesundes Wachstum sowie ein gutes Immunsystem. Für die richtige Fütterung sollte sich jeder über die Ernährung wie auch die Verdauung der Koi informieren. In diesem Ratgeber gibt es einen Überblick zu diesem Thema.

Der Koi als temperaturabhängiger Allesfresser

Koi sind omnivore Fische, d.h. sie ernähren sich von pflanzlicher und tierischer Kost. Dabei verschlingen sie alles, was sie mit einem Happen hinunterschlucken können. Sie  haben dabei kein Gefühl dafür, wann sie aufhören müssen mit fressen. Zudem sind Koi kaltblütig. Dies bedeutet, dass ihre Körpertemperatur genauso hoch ist wie die Umgebungstemperatur. Durch chemische Prozesse können sie im Darm die Temperatur noch um 3 Grad Celsius erhöhen. Damit wirkt sich die Temperatur wesentlich auf die Verdauung aus. Diese verändert sich während der Jahreszeiten mit den wechselnden Temperaturen sehr stark. Je kälter die Außentemperatur wird, umso träger läuft die Verdauung ab. An diesen Fakten muss gedacht werden, wenn Sie die Tiere richtig, ausgewogen und abwechslungsreich füttern. 

Der Koi in seinem natürlichen Umfeld

In der freien Natur finden die Karpfen alle Nährstoffe, die sie benötigen. Sie nehmen sich zersetzende Pflanzenteile und die auf der Oberfläche befindlichen Bakterien auf. Die Pflanzenteile dienen als Ballaststoffe, während die Bakterien verdaut werden. Algen im Teich gehören mit zum Futter und es werden auch herabfallende Laubblätter gefressen. Im Gewässerboden suchen sie nach Insekten, Mückenlarven, Krebstierchen und Würmern. Die Natur gibt den Speiseplan vor. In einem künstlich geschaffenen Koi Teich mit seiner Filterung fallen diese natürlichen Nahrungsquellen weg. Dadurch sind die Koi auf das Futterangebot von Ihnen angewiesen. Füttern Sie Ihre Fische falsch, hat dies negative Auswirkungen auf die Wasserqualität, aber auch auf die Gesundheit der Tiere.

Proteine und Fette im ausgeglichenen Verhältnis

Drei Hauptkomponenten sind wichtig für das Koi Futter - Proteine, Fette und Rohfasern. Die Verdauung funktioniert gut, wenn die Nährstoffe in einem ausgewogenen Verhältnis angeboten werden. Weiterhin gewährleistet dies, dass der Koi alle benötigten Bausteine für das Wachstum, den Stoffwechsel oder die Farbausbildung erhält.
Der gesamte Organismus benötigt Proteine - in der Muskulatur, dem Gehirn  und allen anderen Körperstrukturen. Aminosäuren (AS) bilden die Grundstruktur der Proteine. Es gibt 20 verschiedene AS, die je nach Anordnung unterschiedliche Proteine aufbauen. Einige AS kann der Koi selbst im Körper bilden, doch andere müssen ihm von außen zugeführt werden. Bei diesen essentiellen AS handelt es sich um Lysin, Methionin und Cystein. Ein gutes Futter zeichnet sich durch einen hohen Anteil an diesen essentiellen AS aus.
Ein weiterer Bestandteil sind gesättigte und ungesättigte Fettsäuren, die im Fischkörper gespeichert werden. Der Koi benötigt die Fettsäuren zur Bildung von Energie, die wiederum notwendig ist für Bewegungen und Stoffwechselprozesse. Das Fett-Protein-Verhältnis sollte 3:1 betragen. Dies hat weiterhin einen positiven Effekt auf das Wasser, denn es kommt zu geringeren Ammoniakausscheidungen.

Rohfaser für eine gute Verdauung

Damit die Darmtätigkeit gut funktioniert, braucht das Futter Rohfaserbestandteile, welche die Darmfunktion regulieren. Der Anteil darf nicht zu hoch sein, da das Futter dann zu schnell den Darm passiert und dadurch schlecht verdaut wird. Eine schlechte Verdauung wirkt sich negativ auf die Wasserqualität aus.
Als letztes dürfen im Futter Vitamine nicht fehlen. Einige Vitamine werden von den Darmbakterien gebildet, weshalb Sie vorsichtig sein müssen, wenn Sie Antibiotika einsetzen müssen. Andere essentielle Vitamine wie B1, Riboflavin, Folsäure, Vitamin C und Biotin müssen mit dem Futter zugeführt werden. Dafür eignet sich die Gabe von Bierhefe sowie einmal die Woche geriebene Leber. Neben dem Koi Futter namhafter Hersteller können Sie Ihren Tieren auch Frischfutter wie Salat oder Orangen anbieten. 

Koi Futter im Laufe der Jahreszeiten

Eingangs wurde kurz erwähnt, dass die Verdauung der Koi stark von den äußeren Temperaturen abhängt. Somit variiert die Fütterung der Koi im Laufe der Jahreszeiten. Zu Beginn des Jahres befinden sich die Tiere in Winterruhe. Werden die Temperaturen wärmer, kommen die Koi aus der Winterruhe und werden ganz langsam wieder aktiv. Die Verdauung ist noch sehr träge. Geben Sie den Koi nur kleine Futtermengen, die leicht verdaulich sind. Fettsäuren können noch nicht sehr gut in Energie umgewandelt werden, da die Temperaturen einfach zu niedrig sind. Reichern Sie das Koi Winterfutter mit tierischen Ölen an, die der Koi gut verdauen kann. Sind die Temperaturen über 18°C, können Sie auf die normale, ausgewogene Ernährung umstellen, die eine breite Palette an Futtersorten enthält. Proteine sind jetzt sehr wichtig für Wachstum und Fortpflanzung. Im Herbst wird es kälter und die Verdauung wieder langsamer. Das Futter sollten Sie mit viel Fetten und Vitaminen anreichern, damit sich die Koi ein Depot für die Überwinterung zulegen können. Schwer verdauliches Futter sowie Proteine werden vom Plan gestrichen.

Fütterung der Koi

Zum Ende noch etwas zur allgemeinen Fütterung von Koi. Füttern Sie mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt, anstatt einmal täglich eine zu große Menge. Alles, was nicht gefressen wird oder nicht gut verdaut wird, geht in das Teichwasser und wirkt sich negativ auf die Wasserqualität aus. Schlechtes Wasser schwächt die Fische, so dass sie anfälliger für Krankheiten sind. Füttern Sie immer an der gleichen Stelle zur gleichen Zeit und Sie können miterleben, wie zutraulich Koi werden können. 

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